Hafenkran von innenQuelle: LANDSPIEGELEine Nacht im Kanalrohr oder ein Bett im Hamsterkäfig klingen wie Aprilscherze. Dabei ist beides Realität und letztlich nur Geschmackssacke. Man sollte halt nicht gerade am 1. April von seinen süßen Träumen im Kekszimmer oder  dem Trip ins Hobbit-Haus berichten. Es würde wahrscheinlich keiner glauben…

Hamster-Käfig: Der Name ist Programm in der „La Villa Hamster“ im südfranzösischen Nantes. Dort gibt es ein Hotelzimmer, das nach den Maßstäben eines Hamsterkäfigs eingerichtet ist – inklusive Strohbett, Trinkbrunnen und Futter aus dem Körnerspender. Auf die Spitze treibt er „Erfinder“ Frédéric Tabary mit dem Hamsterrad, indem die Übernachtungsgäste eine Fitness-Einheit hinlegen können. Warum eine Nacht trotzdem gut 100 Euro kostet, begründet Tabary so: „Wo sonst kann man die Erfahrung machen, sich in die Haut eines Hamsters zu versetzen?“ www.uncoinchezsoi.net

Floß-Hotel: Auf dem schwedischen Mälaren-See schwimmt ein Mini-Hotel. Das rote Holzhäuschen wurde auf ein Floß montiert, das Schlafzimmer befindet sich unter Wasser und ist nur über ein Rohr im Fußboden zu erreichen. Man rutscht direkt ins Bett und findet sich Auge in Auge mit den Fischen wieder. Gäste können im „Utter Inn“, das der Künstler Mikael Genberg entworfen hat, entweder eine Übernachtung mit Frühstück buchen, oder sich zusätzlich noch ein Abendessen servieren lassen. www.mikaelgenberg.com

Hobbit-Haus: Wer schon immer mal wohnen wollte wie die Fantasy-Wesen des Schriftstellers J.R.R. Tolkien, muss nur in den Norden Hollands reisen. Auf dem Camping-Platz in Geversduin stehen Behausungen, die halb in einen Hügel gebaut wurden. Türen und Fenster sind rund. Das Ganze hat dann aber doch mehr Komfort als ein Erdloch, schließlich gibt es Badezimmer, Küche und Doppelbett. Der Ofen wird von den Gästen selbst beheizt, die Isolierung besteht aus Naturmaterialien, wie Sand, Erde und Pflanzen, die auf dem Dach und an den Außenwänden wuchern. www.campinggeversduin.de


Copyright: Hotel vuurtoren-harlingenCopyright: Hotel vuurtoren-harlingenKran-Nacht: 40 Jahre lang diente der Hafenkran in Harlingen (Niederlande) zum Entlanden von Holzfrachtern aus Russland und Skandinavien. Als das Geschäft nichts mehr einbrachte, richteten kreative Köpfe in seinem Innern ein komfortables Appartement in 17 Metern Höhe ein, dass nur durch einen futuristischen Spezialaufzug zu erreichen ist. Der Clou bei der Sache: Übernachtungsgäste können den Steuerknüppel bedienen und nach Lust und Laune das Panorama ändern. www.vuurtoren-harlingen.nl

Parkhotel: Der Name verspricht Luxus, aber betuchte Gäste könnten ganz schön daneben langen, wenn sie eine Nacht im Parkhotel in Ottensheim bei Linz buchen. Dann landen sie nämlich in einem Kanalrohr, das nicht viel mehr bietet, als ein Bett und eine Leselampe. Wer Sanitäreinrichtungen sucht, muss bei der Grillbude neban duschen oder „auf in der unmittelbaren Umgebung vorhandene öffentliche Ressourcen zurückzugreifen“. Dafür muss der Gast auch nur so viel bezahlen, wie ihm die Übernachtung wert war. Das Konzept scheint zu funktionieren, mittlerweile gibt es nämlich ein zweites Parkhotel in Bottrop. www.dasparkhotel.net

Hunde-Hütte: Es existieren einige Tier-Hotels, aber keines ist so verrückt wie das „Dog Bark Park Inn“ in Cottonwood im US-Bundesstaat Idaho. Außen Hund, innen Hund lautet das Motto des Hotels, das an einen XXL-Beagle erinnert, wenn man davor steht. Hundefiguren, -kissen, -bilder zieren die Räume. Die Toilette befindet sich stilecht auf der Wiese in einem riesigen roten Hydranten – für Hund und Herrchen.  www.dogbarkparkinn.com

Kartoffel-Hotel: Kartoffelsorten sind Namensgeber für die Zimmer, besonders beliebt ist „Linda“ - die berühmteste unter den Knollen. Die Herberge im Osten der Lüneburger Heide bietet längst auch Knollen-Wellness an: Wie wär's mit einem Kartoffelbad mit Heidekraut und lauwarmen Pellkartoffeln auf dem Rücken statt Hot-Stone-Massage? Übrigens: Die Gäste dürfen auch mit zum Ernteeinsatz. Man liefert die Knollen dann beim Koch ab und der macht Reibekuchen, Gnocchi oder Kartoffelbratwurst daraus. www.kartoffel-hotel.de

Prinzenrolle Zimmer Keks Zimmer im Food Hotel NeuwiedKeks-Zimmer: Eine Keksrolle liegt als Nackenstütze auf dem Bett, ein schwerer Holztisch symbolisiert das runde Gebäck – Schokoschicht inklusive. Das Food Hotel in Neuwied widmet 46 seiner Räume jeweils einer berühmten Marke. Ein bekannter Bierbrauer hat sein Zimmer eher kühl gestaltet, damit das frisch Gezapfte doppelt gut schmeckt. Im Angebot ist auch das Pizza-Zimmer von Dr. Oetker oder das Party-Zimmer von Chio-Chips mit Discokugel überm Bett. Die Idee stammt von einer Lebensmittel-Fachschule, die Seminar-Gästen und Touristen eine besondere Atmosphäre bieten will.  www.food-hotel.de


Stiefel-Hotel: Es hört sich nicht gerade prickelnd an, wenn man an eine Nacht in einem Stiefel denkt. Aber die Erbauer in Nelson (Neuseeland) haben sich dafür einige Annehmlichkeiten einfallen lassen: Kamin, bestens gefüllte Minibar, Balkon, stets frische Blumen. Wer es trotzdem nicht lange aushält, kann die Zeit im zugehörigen Garten verbringen und die Fische im Teich bewundern. www.jesterhouse.co.nz

 Heli-Hotel: Es sind schon einige Flugobjekte zum Schlafzimmer umfunktioniert worden, aber die Enge des Sea-King-Pelican-Helikopters in Morris (USA)  ist wohl nur für Paare gemacht. Laut Werbung ist ein „kuscheliges Ambiente“ im Cockpit garantiert. Wenn man aber bedenkt, dass alle Knöpfe und Schalter noch funktionstüchtig sind und entsprechende Licht- und Soundeffekte von sich geben, geht der Romantik-Faktor doch wieder verloren. Man(n) darf sich jedenfalls wie ein richtiger Piloten fühlen – nur Abheben geht leider nicht. www.winvian.com

Bild 1 (Kran-Nacht): Copyright: Hotel vuurtoren-harlingen
Bild 2 (Kekszimmer): Copyright: food-hotel Neuwied


Christian Schreiber

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