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Schlaglicht: Interview mit Janine Wookey

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Gartenjournalistin Janine Wookey ist eine ehemalige Redakteurin desThe English Garden Magazine“ und jetzt als Kolumnistin und als freie Gartenjournalistin für das MonatsmagazinCountry Homes & Interiors“ tätig. Sie hat in den letzten paar Jahrzehnten viel über die englischen Gärten geschrieben und mit großer Begeisterung diese besucht. Sie organisiert auch Tagestouren zu Gärten, um die Wahrnehmung von Gartenveranstaltungen, wie die National Gardens Scheme“ zu steigern. Sie hatte sieben erfolgreiche Tourneen in diesem Sommer: Vor allem auf der Chelsea und Hampton Court Flower Show zeigte sie Gärten in Süd-London und öffnet ihren Garten für die NGS.

Interview mit der Journalistin Janine Wookey:

Wie würden Sie Ihre Einstellung zu Gartengestaltung beschreiben?

Als wahrscheinlich etwas allgemein Anerkanntes, Sie wachsen mit dem Alter einfach da hinein. Es wurde traditionell schon immer als Hobby für das mittlere Alter angesehen, aber heutzutage ist dies, wegen der Sorge um die Qualität der Lebensmittel, schon ein Thema für die jüngere Generation. Es ist wahrscheinlich das erste Mal in unserer Geschichte, dass zwei oder drei Generationen an Gartenarbeiten interessiert sind - jeweils auf eine andere Art und Weise. Als Nation haben wir schon immer Gartenarbeiten vollzogen: die Wohlhabenden, um ihren Reichtum zu präsentieren, die Armen, um Nahrung anzubauen. Mit dem Aufstieg der Mittelklasse wurde Gartentätigkeit salonfähig und war wohlmöglich im 20. Jahrhundert auf dem Höhepunkt.

Wie sieht ein typisch britischer Hausgarten aus?

So einen typischen britischen Garten gibt es nicht – vom Schloss-Garten und ummauerten Gärten über kleine städtische Höfe und Balkone bis hin zu vorörtlichen Gärten ist fast alles möglich ist. Der Grander Garten wurde historisch betrachtet durch Stile von Frankreich und Italien beeinflusst . Das Aussehen durch eine „neue Welle „ von Gräsern aus Holland und Deutschland sorgte für Begeisterung.

„Typisch“ ist aber Gertrude Jekylls mit ihren Kräuterbeeten, welche mehr für die wohlhabenden Menschen entworfen wurden. Der Rasen ist immer noch ein fester Bestandteil, mit Beeten an den Kanten herum. Quadratförmig ist traditionell, rundlich liegt zur Zeit im Trend, Streifen sind für Männer, und Wildblumen-Wiesen zeigen zurzeit die rasch steigende Tendenz zu Umweltbewusstsein. Hecken sind nach wie vor vorhanden, vor allen Dingen in Vororten wünschen sich viele die Abgeschiedenheit von den Nachbarn. Was das Pflanzen von schnell wachsendem Cypressen betrifft, lernen wir die Lektionen nur sehr langsam und manchmal auch schmerzhaft, aber generell sind wir mit Liguster ( für den Normalverbraucher), Blumenkästen (für den Modernen)  und Eibe (für den Wohlhabenden) sehr zufrieden.

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Welche Lieblingspflanzen setzen britische Menschen in ihren Hausgarten ?

Mehrjährig blühende Pflanzen, aufgestockt mit einjährigen und Beetpflanzen ist seit langem beliebt, aber der Trend geht heute mehr in Richtung "krautartig" - ein Mix aus Sträuchern und Stauden im Garten, unter dem Motto "gut aussehen das ganze Jahr über",  bieten dafür gute Vorraussetzungen.

Wir lieben immer noch (theoretisch) unsere alten Bauerngärten, Favoriten sind Rittersporn und Lupinen. Aber wir haben mittlerweile einfach nicht mehr die Zeit, die Pflanzen zu „verwöhnen“ und mittlerweile werden die Pflanzen, die in der Praxis als „schwierig zu pflegen“ betrachtet werden, meist durch robustere Pflanzen ersetzt. Moderne Möglichkeiten sind z.B. Salbei und Bartfaden. Kräuter sind auf dem Vormarsch, ebenso wie Gemüse – der potager Look ist jetzt sehr wünschenswert, da der Schwerpunkt für die Vermischung auf Blumen und Gemüse liegt, um sicherzustellen, dass alles hübsch aussieht. Die Rose bleibt jedoch immer beliebt - obwohl die Edelrose jetzt weniger verwendet wird.  Auf der anderen Seite sind zurzeit auch die Kletterrosen sehr favorisiert. Zudem gibt es eine Bewegung in Richtung der alten Mode-Rosen. Wir sind immer über unsere Rosen am stöhnen, aber nur wenige Gärten findet man ohne sie.

 Welche Trends gibt es momentan in Großbritannien?

"Geringer Arbeitsaufwand' ist ein oft wiederholter Satz, aber so etwas gibt es natürlich nicht. Insgesamt gibt es eine Bewegung weg von Beetpflanzen, entstanden durch die Viktorianer im 19. Jahrhundert, denn niemand hat das Personal, die Zeit und vielleicht die Neigung zweimal im Jahr zu pflanzen. Abgesehen von öffentlichen Parks, dessen Gärtner beklagen den Fortgang des Stils, was jedoch niemand bereut.

Jährlich blütende Pflanzen - vor allem die Samen, die leicht zerstreut werden können und selbst Samen wie Nigella sind momentan wünschenswert. Aber Stauden sind ganz oben auf der Liste, wie Salbei, Phlox, Aktien, Bartfaden. Bergsteiger - Clematis sind unter anderem immer der Wunschliste- blüht allgemein sehr gut, auch wenn sie schwerer zu halten ist. Zwiebeln werden auch immer beliebter. Die britische Öffentlichkeit erwartet viel von ihren Narzissen und Tulpen.

Haben die jungen Menschen in Ihrem Land Sympathien für Gartenbau?

Ein Teil von ihnen schon. Die jüngere Generation von 20 bis 30 kommen auf anderem Wege zum Gärtnern. Sie kommen darauf über die Ernährung. Sie wollen gesundes Gemüse und Salate für ihre Familien anbauen. Sie möchten Blumen als Nebenprodukt genießen.

In Zahlen ausgedrückt ist es immer noch ein geringer Anteil, aber die Royal Horticultural Society investiert viel Zeit und Mühe, um die Botschaft an den Schulen ankommen zu lassen, denn es gibt viele Kinder in den städtischen Gebieten, die nie eine Karotte wachsen gesehen haben - und die noch nie eine gegessen haben.

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Was wird die Zukunft dem Gartenbau in Großbritannien bringen?

 Eines wächst zunehmend – unseren Hunger auf den Besuchen fremder Gärten. Wir haben eine herrliche Neugier, um zu sehen, was andere anpflanzen. Zum Glück haben wir mit dem National Trust, English Heritage, der National Gardens Scheme und vielen weiteren größeren Gärten, die für Besucher geöffnet sind und oft die Gelegenheit geben, dieses Hobby auszuleben  wie Millionen von uns, die jedes Jahr und unabhängig von der Witterung tagelang Gärten besuchen.

Die NGS ist eine einzigartige Veranstaltung,  bei der die Gartenbesitzer, die hauptsächlich Privatpersonen sind, in ihre Gärten von bescheidener Größe viel Zeit investieren, um diese zu perfektionieren.

 Auf der problematischen Seite sind Gärtner ständig im Kampf mit der Erkenntnis, dass immer mehr Vorgärten betoniert werden. Kleingärten sind  rückläufig. Ein Garten oft als "braune Wiese" bezeichnet und erhält daher keinen rechtlichen Schutz, um ihn zu bewahren.

Aber insgesamt sieht die Zukunft doch recht gut aus. In den Tiefen der Rezession gab es noch Leute, die es sich nicht leisten konnten, Gärten zu besuchen. Und die Therapie, die im Garten angeboten wird und anerkannt ist, ist für jeden sehr hilfreich, von hochbelasteten Super- Führungskräften bis ganz nach unten. In Großbritannien wird Gartenarbeit immer vorhanden sein.

 Mehr Infos unter: www.gardentoursetc.co.uk

 

Interview: Ralph M. Bloemer

 

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